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Die Sammlung Florian Peters-Messer öffnet den Blick auf ein Spektrum vielfältiger künstlerischer Haltungen, die der Sammler innerhalb der letzten 15 Jahre zusammengetragen hat. Diese Haltungen lassen sich in verschiedene Themenbereiche einordnen, die für die unterschiedliche Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart stehen:
  
Politische Arbeiten

Zahlreiche Werke der Sammlung setzen sich auf unmissverständliche und ästhetisch oft brutale Weise mit sozialen Missständen auseinander. Dazu gehören raumgreifende Installationen, aber auch Collagen und Zeichnungen von etablierten Künstlern wie Thomas Hirschhorn, Raymond Pettibon und Erik van Lieshout sowie junge Positionen wie Kon Trubkovich und Jasihri Abichandani.

Architektonisch-konstruktivistische Arbeiten

Für sperrige, abstrakte Kunst, die sich oft mit dem Ausstellungsraum selbst auseinandersetzt, stehen die Installationen und Skulpturen von Manfred Pernice, Florian Slotawa, Felix Schramm, Sabine Hornig, Jeroen Jacobs, und Florian Baudrexel. Sie zitieren das bildhauerische und architektonische Vokabular der Moderne, beziehen sich auf deren Utopien und Scheitern – und implizieren in ihrer harten, bilderlosen Ästhetik eine physisch herausfordernde Kritik an der modernen Gesellschaft.

Psychedelisch-traumatische Arbeiten
 
Zu den Werken von großer psychologischer Wucht zählen die Zeichnungen, Skulpturen und Gemälde von Bjarne Melgaard, John Bock, Keith Tyson, Douglas Kolk und Andro Wekua. In ihnen steht das Individuum mit seinen intimsten Fantasien und Ängsten im Vordergrund. Mit manisch-fanatischen Gesten entwerfen die Künstler jeweils einen ganz eigenen, neurotisch aufgeladenen Kosmos. Die Realität ist hier fast einer beinahe krankhaften, egozentrischen Sichtweise unterworfen, die auf das Leiden des Menschen an seiner eigenen Existenz schließen lässt.

Spirituell-utopische Arbeiten

Einige Werke der Sammlung bestechen vor allem durch ihre poetische oder materielle Schönheit. Dazu gehören die Bilder und Zeichnungen von Hiroshi Sugito und Martin Assig. Auch die Holzskulpturen von Stephan Balkenhol vermitteln eine harmonische, schlichte Ästhetik. In diesen Arbeiten scheint der Glauben an utopische Welten auf den ersten Blick noch vorhanden: Sie vermitteln eine traumartige Atmosphäre, in der gesellschaftliche Probleme oder Phänomene nur in leisen oder humorvollen Anspielungen anklingen. Mit dieser Bildsprache konfrontieren sie eine entfremdete Welt, in der es diese Verzauberung nicht gibt. Und so sind schließlich auch diese Arbeiten nicht frei von gesellschaftlicher Bedeutung.

Einige Positionen in der fpmcollection lassen sich keiner dieser Sparten zuzuordnen, sondern schlagen ästhetisch und thematisch Zwischentöne an. Dazu zählen etwa die minimalistisch-poetischen Fotoarbeiten und Installationen von Alicja Kwade, die rauen, beunruhigenden Bleistiftzeichnungen von Susan Turcot sowie die konzeptuellen Installationen von Rodney Graham.

Die Auswahl der Künstler macht deutlich, dass sich die fpmcollection vor allem durch die Kombination aus zentralen Positionen der Gegenwartskunst und Arbeiten noch sehr junger oder nur marginal bekannter Künstler auszeichnet. Die Sammlung wird daher keinen abgeschlossenen Zustand erreichen, sondern bleibt ständig in Bewegung. Der Dialog unter den Arbeiten sowie das Verständnis von Kunst und Gesellschaft werden immer wieder neu belebt.