geboren 1963 in Newark, USA
lebt und arbeitet in Boston
Die Protagonisten der Zeichnungen und Collagen von Douglas Kolk sind hineingeworfen in einen chaotischen Bildraum, in dem es von Indizien des Mode- und Medienzeitalters nur so wimmelt. Zwischen frei schwebenden Konsumgütern deuten feine Umrisslinien schemenhaft Gesichter und fragmentierte Körper an – skizzenartig setzen sie sich zu ephemeren Erscheinungen zusammen, die wie untote Fashionstas ins Leere blicken. Geister, Totenköpfe und monströse Grimassen – herausgelöst aus dem Kontext modischer Statements – umschweben sie oder werden gar Teil ihrer selbst. Auch Kapuzenshirts, High Heels und Turnschuhe verweisen auf gängige Attribute der Jugendkultur. Den Figuren wohnt eine Zerbrechlichkeit inne, die von subtiler Schönheit ist – gleich einem Vexierbild schwanken sie zwischen innerem Druck und äußerer Zartheit, Deformation und Fragilität. Doch es ist eben diese Zerrissenheit, der sie nicht gewachsen sind – im Gegenteil: sie zerbrechen an ihr, während sie nach außen hin entweder Gleichgültigkeit ausstrahlen oder nur bruchstückhaft ihre Wut, Sehnsüchte und Ängste formulieren. Die grelle Vielfalt visueller Codes unserer Konsumwelt wird damit zur Kulisse eines seelischen Infernos, das keine Flucht oder Auflösung zulässt.
Hier spannt sich der Bogen zum Künstler selbst, der 1999 sein Schaffen aufgrund exzessiven Drogenkonsums abbrach und erst 2004 wieder zu arbeiten begann. Douglas Kolk lebt heute mit seiner Familie in Boston. Seine Arbeiten sind in Sammlungen wie dem Museum of Modern Art in New York und der Sammlung Falckenberg in Hamburg vertreten.