Bjarne Melgaard

 
 

geboren 1967 in Sydney, Australien
lebt und arbeitet in NY, USA

Die großformatigen, expressiven Gemälde Bjarne Melgaards haben eine explizit maskuline, brutale Ausdruckskraft. In wilden Pinselstrichen bringt der Künstler seine Alter-Egos in Form von dick konturierten Männern, Affen, Schweinen oder dem „Cockmonster“ auf die Leinwand. Dazwischen tauchen wilde, abstrakte Formgebilde in verschiedenen Farben auf. Teile der Leinwand bleiben weiß, dort setzt Melgaard Sätze und Worte hin, die sich auf die Figuren beziehen oder der Stimmung der Bilder konkrete psychologische Anhaltspunkte geben. So schreibt er etwa über das „Cockmonster“ – ein von seinen sexuellen Trieben gesteuertes, nur aus Penissen bestehendes Fantasiewesen – die Worte „Hurt and Used“. Genau darin liegt die Tragik von Melgaards Gestalten: Sie wirken aggressiv, doch auch zutiefst traurig und verletzt.

In seinen Bildern verarbeitet Melgaard sein eigenes exzessives Leben. Seine Alter Egos leiden unter ihren sado-masochistischen Abhängigkeiten, sie sind körperlich und seelisch geschunden, was an ihren aufgeriebenen, kaputten Leibern deutlich wird. Immer wieder tauchen Themen aus dem Underground auf, wie etwa das Wort „Snuff“: Die Lust am gefilmten Morden. Dabei gelingt Melgaards Gestalten kein Ausweg aus ihrem heftigen Dasein, sie sind in sich selbst gefangen, obwohl sie sich ihres Dilemmas bewusst sind.
Der raue, gestische Farbauftrag, entsprungen aus einer impulsiven, verzweifelten Malweise, verrät Melgaards wütenden Drang, sich in Selbstbildnissen mitzuteilen. Aus ihnen sind seine intimsten Ängste, die Unmöglichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen und die Unfähigkeit zur Ruhe abzulesen. Dass solche Konflikte nicht nur ihm allein zuzuordnen sind, sondern Teil einer morbiden, in sich zerrissenen Gesellschaft, machen Melgaards offenbar schlafwandlerischer Umgang mit schwuler Subkultur, Sado-Maso-Szene und Babystrich deutlich. Zu seinem Stammrepertoire gehören aufgerissene, männliche After, gigantische erigierte Penisse und kopulierende Affen – vor dem Betrachter tut sich ein Inferno urmenschlichster Abgründe auf.